Tragödie in den Anden
Tragödie in den Anden
In den Lüften schwebte der Jet
über das hohe Gebirge hinweg.
Plötzlich stotterte der Motor.
Das kam den Piloten seltsam vor.
Panik erfasste die Fluginsassen,
sie konnten die Warnworte nicht fassen:
"Wir werden versuchen den Jet zu landen.
Noch sind wir über den Anden!"
Schreckerstarrte Gesichter in Pein.
Sollten sie alle verloren sein?
Langsam verlor das Flugzeug an Höhe.
Nur felsige Bergkuppen in der Nähe.
Die Rettung schien für alle nah,
als man ein großes Schneefeld sah.
Eingebettet in Fels und Stein,
da sollte die Landung möglich sein.
Wieder sprach der Kapitän:
"Nur keine Panik, es wird schon gehn.
Der Schnee liegt hoch und weich,
angeschnallt bleiben, wir notlanden gleich!"
Es tauchte der Bug des Flugzeuges ein,
tief in den weißen Schnee hinein.
Trotzdem war der Aufprall hart
als die Landung war vollbracht.
Viele Verletzte und viele tot
in eisiger Wildnis in großer Not.
Es brach auseinander das Luftgefährt.
Nur einige blieben unversehrt.
Man fand die beiden Piloten
im Cockpit unter den Toten.
Dann glitt das hintere Teil vom Jet
mit einer Lawine vom schneeigen Bett.
Lebensmittel kaum vorhanden.
Niemand denkt an solch ein Landen.
Wasser in Massen dagegen,
weil Schnee doch gefrorener Regen.
Aussichtslos, ganz ohne Frage
der Überlebenden verzweifelte Lage.
Einer fummelte am Radio herum,
jedoch der Apparat blieb stumm.
Bittere Kälte in der Nacht,
ans Schlafen hat niemand gedacht.
Und das wenige Essen
hatten sie schon aufgegessen.
Grausam, wahrlich aller Ende,
falls man sie nicht zeitig fände.
Ausharren konnten sie nicht lange,
war auch die Suche schon im Gange.
Apathisch kauerten sie vorn im Jet.
Ach, wenn man doch etwas Hoffnung hätt.
Es kommt immer wieder vor.
Ein Mann hatte Galgenhumor.
Doch was der Arme auch sagte,
keiner der anderen darüber lachte.
Nach vielen Jahren fand man das Wrack.
Das Vorderteil rutschte auch vom Fleck.
Die beiden Teile sah man später
getrennt voneinander nur wenige Meter.
Bewohnt von kleinen Nagetieren.
Es gab keine Spur von den Passagieren.
© Karl-Heinz Fricke 29.11.2005

